Presseinformation 2016

Alpiner Lebensraum bietet viele Chancen im Gesundheitsbereich

Kongress Heilkraft der Alpen stellt Menschen und seine Natur in den Mittelpunkt

Mit der Organisation des Kongress HEILKRAFT DER ALPEN von 15.-17.April 2016 haben wir und die Aufgabe gestellt, die wertvollen gesundheitlichen Ressourcen der Natur unseres Lebensraumes zu thematisieren, um die Wertschätzung für ihre Potentiale in Medizin und Gesundheitspflege, im Tourismus, aber auch bei jedem Einzelnen zu fördern.

Die ökonomischen Möglichkeiten und Entwicklungen des öffentlichen Gesundheitssystems konzentrieren sich auf eine vorbildliche Kranken- und Notfallsmedizin in Klinik und Kassenpraxen, die international im Spitzenfeld liegt. Die Verantwortung der Gesundheitspflege und die Erhaltung der optimalen gesundheitsbezogenen Lebensqualität kann jedoch nicht alleinige Aufgabe der Sozial- und Krankenversicherung sein, sondern liegt auch in der Eigenverantwortung des Einzelnen. Die Natur unseres alpinen Lebensraumes birgt dafür wertvolle Ressourcen, die im Rahmen des Kongresses thematisiert werden.

Schwerpunkt des Kongress HEILKRAFT DER ALPEN 2016

Der Schwerpunkt liegt auf den natürlichen inneren und äußeren Lebensrhythmen und ihrer Bedeutung für die Gesundheit und Lebensqualität des Menschen.

Die Natur mit ihren Periodizitäten von Tag-Nachtwechsel, Monatsrhythmus und den Jahreszeiten ist sowohl Taktgeber für den menschlichen Organismus, als auch für Flora und Fauna und damit unser natürliches Lebensumfeld: „Der Mensch ist Teil der Natur und nicht etwas was zu ihr in Widerspruch steht“ (Bertrand Russell, Nobelpreisträger, Philosoph und Mathematiker).

Der „Drive“ des städtischen Umfeldes und der moderne Leistungsdruck entfernen uns nicht nur von den naturgegebenen („exogenen“) Rhythmen, sondern beeinflussen auch das sensible Zusammenspiel der endogene Wechselspiele des menschlichen Organismus. Künstliches Licht, chronischer Stress und Schichtarbeit strapazieren den Hormonhaushalt. Schlafstörungen und Müdigkeit, Konzentrationsschwächen, hormonelle Dysbalancen, Verdauungsstörungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten uvm. können die Folge sein.

Im alpinen Lebensraum verfügen wir immer noch über die Vorzüge, uns mit natürlichen Rhythmen harmonisieren zu können, um die homöostatischen Fähigkeiten des Organismus zu unterstützen. Pflanzen, Kräuter, vitale biologische Nährstoffe und Lebensmittel, frisches Wasser, Luft und Bewegung in freier Natur liefern wertvolle Beiträge zur Synchronisation der biologischen Uhr wie auch zur Stärkung der Lebensfreude. Der alpine Lebensraum bietet wertvolle Ressourcen und der achtsame Einsatz alpiner Naturschätze birgt Chancen in vielen Bereichen von Prävention, Gesundheitspflege und im Gesundheitstourismus.

Forschung, Wissenschaft, regionale Impulse

Der 2. Kongress HEILKRAFT DER ALPEN soll wieder Anregungen aus Forschung und Wissenschaft zur praktischen regionalen Umsetzung bringen. Als Forum der Diskussion und Netzwerk für Fachleute und Interessierte verschiedenster Disziplinen wollen wir dazu beitragen, die natürlichen Ressourcen unseres alpinen Lebensraumes zu bewahren und ihre Anwendung für die Gesundheit zu fördern.

Einige Themenschwerpunkte:

  • Der Mensch und seine Natur: Lebensrhythmen und deren Bedeutung für die Gesundheit, Regeneration, Erholungsfähigkeit und Stressbelastung.
  • Chronobiologie und Chronomedizin: Wieder in den Takt kommen mit der Kraft der Natur.
  • Traditionelle Europäische Heilkunde und deren Potentiale für Gesundheitswesen und Tourismus.
  • Die heilenden Schätze der Natur als moderne Lebensbegleiter.
  • Die Zirbe – Königin der Alpen im zeitgemäßen Einsatz bei stressbedingten Gesundheitsbelastungen.
  • Die 5 Säulen der Gesundheit nach Sebastian Kneipp: Wasser, Bewegung, Lebensrhythmen, Ernährung, Heilpflanzen und Kräuter.
  • Tauernroggen & Co: Traditionelle Getreidesorten als kostbare Raritäten für eine gesunde Ernährung.
  • Bewusstes Brotbacken für alle Sinne: Ein Fest für die Gesundheit!
  • Alpen-Honig und andere Bienenprodukte: Gold des Lebens.
  • "Lungauer Eachtling”: Vital, gesund und schön durch die Kraft der tollen Knolle!
  • UNESCO Biosphärenpark Salzburger Lungau: Bedeutung und Potentiale für eine gesundheitstouristische Entwicklung.
  • Gipfelgespräch: Heilkraft der Alpen: Chancen und Potentiale für Gesundheitstourismus und Medizin.

Podiumsdiskussion mit den Referenten und Vertretern

Plattform HEILKRAFT DER ALPEN

Die Plattform HEILKRAFT der ALPEN dient der Erhaltung, Weiterentwicklung und nachhaltiger Nutzung sozialer, kultureller, wirtschaftlicher und insbesonders gesundheitsbezogener Ressourcen des alpines Lebensraumes, sowie der Verbreitung des Wissens darüber.

Kernbereiche sind die natürlichen Ressourcen, gesunde Ernährung, das ganzheitliche Erlebnis des alpinen Raums, seine Erhaltung und nachhaltige Bewirtschaftung.

Die Plattform HEILKRAFT der ALPEN versteht sich als Forum zur Entwicklung eines integrativen Netzwerks und zur Vermittlung zwischen den Interessen von Forschung, Gesundheitswesen, Kultur, Wirtschaft (insbesondere Gesundheitstourismus), sowie traditionellen regionalen Gesundheitsressourcen.

HEILKRAFT DER ALPEN organisiert Maßnahmen zur Verbesserung und Stärkung und der allgemeinen Wahrnehmung der gesundheitlichen Ressourcen des alpinen Lebensraumes im Gesundheitswesen, Wirtschaft, Tourismus, Bildung, Forschung und im sozialen Kontext.

 

Stellungnahme LH-St. Dr. Christian Stöckl, Salzburg

„Kräuter und Pflanzen des alpinen Lebensraumes, frisches Wasser, saubere Höhenluft, natürliche Lebensmittel und die Ruhe der Berge haben zweifelsohne eine positive Wirkung auf Körper und Geist. Davon kann ich mich immer wieder beim Bergsteigen, Skifahren, Skitourengehen oder anderen Sportarten, die in unseren Alpen möglich sind, persönlich überzeugen. Zwei Tage in den Bergen sind für mich wesentlich erholsamer und zugleich kräftespendender als eine andere Urlaubswoche mit möglicherweise viel Programm. Bewegung und die Natur unserer Alpen machen nicht nur Spaß und Freude, sondern dienen auch der Gesundheitsprävention.“ Das sagte Gesundheits- und Spitalsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl heute, Montag, 4. April 2016, beim Mediengespräch anlässlich des 2. Kongresses „Heilkraft der Alpen“. Der Kongress, der vom der Plattform Heilkraft der Alpen in Kooperation mit Forum Via Sanitas veranstaltet wird, findet am 15. und 17. April 2016 auf der Burg Mauterndorf im Lungau statt.

„Die Stärkung der Prävention ist ein entscheidender Aspekt in der Gesundheitspolitik. Ziel muss es sein, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger möglichst lang zu erhalten und wegzukommen von einer Reparaturmedizin und einem ,Krankensystem‘ hin zu einem wirklichen Gesundheitssystem. Es ist allemal besser, in die Gesundheit der Menschen zu investieren, als die Heilung der Krankheiten zahlen zu müssen. In diesem Zusammenhang hat sich in weiten Teilen der Bevölkerung die Ansicht und Überzeugung durchgesetzt, dass die eigene Gesundheit auch etwas kosten darf. In Wahrnehmung der Eigenverantwortlichkeit und im Sinne der Prävention sind immer mehr Menschen bereit, für ihre persönliche Gesundheit eine Eigenleistung zu erbringen bzw. das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden. Das zeigt sich auch im Tourismus, wo die Nachfrage nach einem ,gesunden‘ Urlaub stark steigt und immer mehr Menschen im Urlaub ganz gezielt Angebote für mehr Gesundheit und Lebensqualität suchen und nutzen. Mit seiner intakten Natur und der Medizin auf hohem Niveau setzt das Tourismusland Salzburg auf Gesundheitsurlaube und hat ein attraktives Angebot“, so Stöckl.

„Gerade der alpine Lebensraum mit seinen wertvollen Ressourcen und seinen natürlichen Schätzen bietet viele Chancen im Bereich Gesundheit und damit zusammenhängend im Gesundheitstourismus. Der Gesundheitstourist sieht sich nicht als Patient, sondern als Gesundheitsurlauber, der in seiner Freizeit die Angebote nutzt, um sein persönliches Wohlbefinden und seine Leistungsfähigkeit zu steigern und einen Beitrag zur persönlichen Vorsorge leistet. Und auf der anderen Seite stellt Gesundheit einen wichtigen und wachsenden Markt dar, der den heimischen Tourismusbetrieben große Zukunftschancen eröffnet und ein Motor für Innovationen ist“, so Stöckl.

 

„Im Lungau ist eine Stunde 70 Minuten wert“​ - Stellungnahme Markus Schaflechner, Biosphärenpark Manager

„Wenn wir wollen, dass alles so bleibt wie es ist, dann müssen wir zulassen, dass sich alles verändert“ Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896-1957)

Dieses Zitat von Giuseppe Tomasi di Lampedusa fasst in kurzen Worten die Bedeutung und den Auftrag eines UNESCO Biosphärenparks zusammen. Zum einen sind wir bemüht, die Natur- und Kulturlandschaft in ihrer einzigartigen Ursprünglichkeit zu erhalten. Zum anderen sind wir nicht zuletzt aufgrund der soziodemographischen Entwicklung im ländlichen Raum stark gefordert, grundsätzlich neue Wege zu gehen. Um hier als politischer Bezirk, Urlaubsregion und schlussendlich als Lebensraum (Biosphäre) dem aktuellen globalen Trend der Abwanderung im ländlichen Bereich zuversichtlich entgegen treten zu können, braucht es eine neue Perspektive um nicht zu sagen eine andere, innere Haltung.

In der Vergangenheit ließen sich der Schutz und der Erhalt von Lebensräumen einerseits und die wirtschaftliche Entwicklung einer Region anderseits nicht immer unter einen gemeinsamen Hut bringen. Zu unterschiedlich waren allzu oft die Ziele und Motivationen der handelnden Kräfte. Umso mehr Bedeutung hat die Auszeichnung zum UNESCO Biosphärenpark für die ökologische, ökonomische und soziale Entwicklung unseres Lebensraums. Denn kurz gesprochen, bestätigt diese Auszeichnung der UNESCO dem Lungau noch als „heile“ Welt zu gelten. Diese gilt es nicht zu erhalten, sondern auch gemeinsam weiter zu entwickeln. Mit dem Ziel, Generationen nach uns eine intakte Natur zu hinterlassen, die auch als wirtschaftlicher Lebensraum nachhaltig funktioniert.

Heilkraft der Alpen verbindet nicht nur die Ideen des UNESCO Biosphärenparks, sondern spiegelt dessen zentralen Grundgedanken wider. Der Mensch lebt nicht nur mit, sondern auch von der Natur. In Zeiten, in denen urbane Lebensräume immer komplexer werden und gesellschaftliche Erkrankungen signifikant steigen, wird der Wunsch nach einer intakten Natur, nach einem funktionierenden Lebensraum immer größer. Es steigt der Wunsch nach Identität, Ursprünglichkeit und Nachhaltigkeit. Zurück zu unserem Ursprung, zurück zu uns selbst lautet das Motto. Und da der Mensch in einer ständigen Interaktion mit sich, mit seinen Mitmenschen und seiner Umwelt steht, bildet eine intakte Umgebung in ihrer Ganzheit die Grundvorsetzung für ein glückliches Leben.

Als Verantwortlicher für den UNESCO Biosphärenpark Salzburger Lungau freut es mich sehr, dass wir mit Heilkraft der Alpen eine „Leuchtturmveranstaltung“ für den Biosphärenpark gewinnen konnten. In meiner Tätigkeit als Biosphärenparkmanager und Regionalentwickler wird dieses Thema, auch in Abstimmung mit dem gesamten Regionalverband Lungau, ein zentrales Thema in den nächsten Jahren sein. Mit dem Ziel, den achtsamen Umgang mit unserer intakten Natur- und Kulturlandschaft in den Mittelpunkt zu rücken und damit die Grundlage zu schaffen, ein zukunftsweisender und wirtschaftlich nachhaltiger Lebensraum sein zu können.